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Vorgehen um die Immobilienstrategie der SRG irritiert den nationalen Vorstand

Die SRG hat vor bald einem Monat angekündigt, unter dem Arbeitstitel «Immobilienstrategie» die SRG-Immobilienstandorte zu überprüfen. Damit irritierte sie nicht nur das betroffene Personal und die Gewerkschaft SSM, sondern auch einen Grossteil der Politik.
Währenddessen die Ankündigung das Radiostudio Brunnenhof im Jahr 2020 in den Leutschenbach zu zügeln, nicht grosse Reaktion auslöste, wirft der zu prüfende Umzug des Radiostudios Bern in den Leutschenbach hohe Wellen.

Das Radiostudio Bern muss in Bern bleiben! 
Obwohl der SRG-Verwaltungsrat den Entscheid erst im Juni fällt und der Umzug alles andere als beschlossene Sache ist, hat sich die SSM-Gruppe Radiostudio Bern mit ihren Kolleginnen und Kollegen vor Ort organisiert und eine eindrückliche Mobilisierung an den Tag gelegt. Der nationale Vorstand hat an seiner Sitzung den Kolleginnen und Kollegen aus Bern zu ihrem beeindruckenden Engagement gratuliert und einstimmig seine volle Unterstützung zugesagt. Nebst den einschneidenden Folgen für das betroffene Personal, sprechen auch wichtige publizistische Gründe gegen einen Umzug von Bern in den Leutschenbach. Eine Konzentration der nationalen Redaktionen auf den Standort Zürich steht diametral zum Auftrag der SRG, nämlich den föderalistischen und regionalen Realitäten in der Schweiz Rechnung zu tragen. Es braucht in der Deutschschweiz eine dezentrale Strategie der SRG. In Bundesbern eine der grössten Redaktionen zu schliessen ist nicht nur an die UnterstützerInnen der SRG ein schlechtes Signal, sondern ist auch medienpolitisch schlichtweg falsch. Die Medienlandschaft erodiert in der Bundeshauptstadt schon länger, und mittlerweile werden die Redaktionen der grossen Berner Tageszeitungen auch von Zürich aus gesteuert. Der Verbleib des Radiostudios Bern ist daher nicht nur im Sinne des medialen Service-Public-Auftrags der SRG, sondern auch medienpolitisch unerlässlich.

Schliessung des Radiostudios Bern ist ein politisches Harakiri 
Der Nationale Vorstand des SSM versteht die SRG-Führung in ihren Bestrebungen, einen Grossteil der Redaktionen in Zürich zu konzentrieren, nicht. Auch wenn sich das SSM bewusst ist, dass die Herausforderungen durch die Digitalisierung für die SRG gross sind, attackiert die SRG damit einen wichtigen Grundpfeiler ihrer Existenz. War doch die regionale Verankerung und ebendieser breit aufgestellte, mediale Service Public ein zentrales Argument im Kampf gegen «No-Billag». Die SRG vergrault mit solchen Absichten jene Menschen, deren Unterstützung sie während dem ganzen Abstimmungskampf bitter nötig hatte. Die breite politische Front, die sich heute gegen diese Umzugspläne formiert, zeigt auf, welch Unmut und Unverständnis schon nur die Prüfung einer solchen Idee nach sich zieht. Will die SRG nicht ihre politische Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen, dann gilt es diese Pläne zu stoppen.

Vom betriebswirtschaftlichen Nutzen, Menschen und Mauern
Anfangs wurde bei einem Umzug von Bern nach Zürich von einem Einsparungspotenzial von zehn Millionen Franken gesprochen. Dann waren es noch drei Millionen und heute sprechen vereinzelte Stimmen noch von etwa einer Million Franken. Egal, welcher Betrag nun zutreffen sollte, die SRG sprach davon «lieber Mauern, statt Menschen» abzubauen. Aber, sowohl Mauern wie auch Menschen sind nötig, damit das föderale Gebäude der SRG nicht einstürzt. Diese Alternativlosigkeit, um einen Arbeitsplatzabbau zu verhindern, ist nichts anderes als Erpressung und zeigt einmal mehr auf, wie wichtig die Einleitung eines Konsultationsverfahren nach OR Art. 335f in jedem Fall ist. Denn genau eine breite und tiefe Konsultation des Personals werden der SRG-Führung ebendiese Alternativen aufzeigen.

Über die Aktivitäten und Aktionen der SSM-Gruppe Bern, könnt Ihr euch unter dem folgenden Link informieren: www.proradiostudio.be für Fragen oder Anregungen: pro.radiostudio.bern@gmail.com

Der nächste SSM-Newsletter widmet sich dem weiteren Vorgehen in Sachen Konsultationsverfahren.


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